Chancen & Risiken für Unternehmen & AnwenderInnen
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Das Magazin WIRED (Chris Anderson) beschreibt in seiner September-Ausgabe unter dem Titel “The Web Is Dead. Long Live the Internet” eine düstere Zukunft des Webs. Das Web, das hier als einer zahlreicher Dienste im Internet verstanden wird, nämlich als jener Bereich, der klassischer Weise mit einem Browser wie Firefox ans Tageslicht befördert wird, soll nämlich gezähmt werden und in kleine “leicht verdauliche” Pakete verschnürt werden. Nicht mehr das vermeintliche Chaos, von dem Unternehmen wie Google profitieren, soll im Internet vorherrschen, sondern strukturierte internet-basierte Anwendungen wie Apple´s “Apps” sind dann die bevorzugten Fenster zum Internet.

Diese Hypothese ist interessant, die Verwirklichung könnte aber zunächst daran scheitern, dass Internet-Giganten wie Google zumindest momentan noch vom klassischen HTML-Web leben. Wie so oft aber, könnten auch mehrere Welten ko-existieren: So wie FastFood für den raschen Hunger sorgt, gleichzeitig aber auch Gourmet-Restaurants boomen, könnten kleine Apps die Happen im Internet werden, die schwerer verdauliche Kost wird jedoch nach wie vor mit Browsern erschlossen werden.

Wir werden ja sehen. Für Diskussionen ist gesorgt.

Das Jahr 2003 scheint schon verblassende Historie zu sein. Damals hat Thomas Burg mit vielen anderen Bloggingpionieren eine der ersten internationalen Konferenzen zum Thema Blogging veranstaltet. Blogtalk, so der Titel der Veranstaltung, ging der möglichen ökonomischen Relevanz, gesellschaftlichen Auswirkungen und der Möglichkeit sich aus Blogs entwickelnden Sozialen Netzwerken nach. Interessant ist es nach all den Jahren das diesbezügliche Dossier zur Konferenz wieder zu lesen – viel hat sich verändert und doch sind die Utopien von damals noch intakt.

Sieben Jahre danach wurde aus den Weblogs nun Blogs und eine weitere Konferenz kommt nach Wien: Das World Blogging Forum. Die von Ritchie Pettauer angekündigte eintägigen Veranstaltung, wird in Zusammenarbeit mit A1 Telekom Austria am 13. November in Wien stattfinden. Untertitel zur Konferenz ist “Die Zukunft der digi­ta­len Medienproduktion”. Ein detailliertes Programm wird dem­nächst auf wbf2010.at publiziert. Kostenlose Konferenztickets werden in den “nächsten Monaten auf ver­schie­den Blogs ver­ge­ben”, so der Veranstalter.

Erstmals in ihrer Geschichte bittet Interpol die Öffentlichkeit um Mithilfe bei der Fahndung nach Hunderten von mutmaßlichen Schwerkriminellen. Dabei setzen die Ermittler auch auf Hinweise von Internetnutzern.

Bislang hatte die Behörde verdeckt ermittelt und nur vereinzelt die Bevölkerung um Mithilfe gebeten. Die in Lyon ansässige internationale Polizeibehörde startete im Mai die Operation «Infra-Red». Die erste Runde der Aktion ‘Infra-Red‘ ist im Mai bereits zu einem Ende gekommen. Diesbezüglich wurde nach 450 Verurteilten und Verdächtigen in 29 Ländern gesucht. Den Angaben der Behörde zufolge konnten dabei über 100 Flüchtige gefasst werden. Zu den gefassten Personen gehört unter anderem das frühere kolumbianische Model Angie Sanclemente Valencia, die wegen Drogenhandels gesucht wurde. Nun hofft die Organisation auf neue Informationen über deren Verbleib auch von Nutzern sozialer Netzwerke wie Facebook.

Quelle: AFP


UPDATE: Bilder, Videos und Tweets zur Veranstaltung


zuwe-auftakt




1. Juli 2010
ab 18:00
Österreichisches Filmmuseum Wien
Unsichtbares Kino




um Anmeldung bis
wird gebeten:

eMail FacebookYahoo Upcomingxing

Diskussion – Buchpräsentation – Screening

Können wir uns ein Leben ohne Internet noch vorstellen? Der Abend des 1. Juli gehört unserer Web-Zukunft und den vielen unterschiedlichen Fragestellungen, die damit verbunden sind. Ein Jahr lang hat sich das Team um das Projekt Zukunftsweb bei ExpertInnen um Antworten bemüht; jetzt ist es Zeit, einige davon nochmal öffentlich zur Diskussion zu stellen. An diesem Abend wird also nicht nur ein erfolgreicher Abschluß gefeiert, sondern wir laden ExpertInnen, MedienvertreterInnen, Fachleute und Zukunftsinteressierte zu einem gemeinsamen Blick in die Internetzukunft des Jahres 2020

Mit

  • Sonja Bettel (Wissenschaftsjournalistin, Ö1)
  • Peter Martos (Leitender Redakteur, Die Presse)
  • Luca Hammer (Blogger)
  • Andreas Langegger (Web 2.0 developer, and Semantic Web advocate)
  • Jana Herwig (Medienwissenschaftlerin Uni Wien und Bloggerin)
  • Patrick Dax (ORF, Futurezone)
  • Rudolf Felser (Lt. Redakteur Computerwelt.at)
  • Jan Hackl (Broken Rules / Independent Games, Awardgewinner)

Haben Sie gemeinsam mit uns einen informativen und anregenden Abend. Wir laden dazu herzlich – bei freiem Eintritt – ein.


Ablauf
ab 18:00 Begrüssungsdrink im Foyer
19:00 Begrüssung
Laudator Peter Martos
19:20 Podiumsdiskussion: Das ZukunftsWeb 2020
20:30 Kurzfilmrolle “2020″ von Vienna Independent Shorts
21:00 Buchpräsentation: Das ZukunftsWebBuch 2010

Das ZukunftsWebBuch 2010

(c) SWC 2010

Was genau ist das „ZukunftsWeb“? Welche Chancen und Risiken birgt das Web von morgen für Individuum, Gesellschaft und Wirtschaft? Stichworte lauten etwa „Digital Citizen“, „Real Time Web“, „Web of Things“, „Open Government Data“ und mehr. Internationale Medien identifizierten vielerorts unabhängig voneinander die Brisanz und Vielfalt des Themas und formulierten die „Frage des Jahres 2010“: Wie verändert uns das Internet? Im Rahmen des Projektes www.zukunftsweb.at stellten sich Fachleute aus Wirtschaft, Wissenschaft, Medien und die interessierte Öffentlichkeit einer Reihe von offenen Fragen zu diesem Themenkreis. Das ZukunftsWebBuch 2010 vermag in essayistischer Form prickelnde Antworten, Ausblicke und Perspektiven zu liefern.

  • Herausgeber/innen: Fuglewicz-Bren, Kaltenböck, Friesinger, Thurner, Semantic Web Company
  • Verlag: edition mono/monochrom (Juli 2010)
  • ISBN: 3950237275


Die DiskutantInnen

Sonja Bettel

Quelle: Sonja Bettel ist freie Wissenschaftsjournalistin und Gestalterin für die Sendungen matrix – computer und neue medien und Digital.Leben für Radio Ö1, www.bettel.at, oe1.orf.at. Studium der Publizistik und Kommunikationswissenschaften an der Universität Wien, seit 1994 begeisterte Nutzerin des Internet und Berichterstatterin über dessen Entwicklung und Auswirkungen auf die Gesellschaft, seit 1997 jährlich Berichte über die Ars Electronica.

Peter Martos

Foto by Tom Sperlichgeboren 1948 in Budapest, kam 1956 nach der Niederschlagung des ungarischen Volksaufstandes mit der Familie nach Österreich. “Typisches” Aufwachsen einschließlich Matura. Ab 1969 Journalist, fast durchwegs bei der Tageszeitung “Die Presse”, dazwischen beim ORF und freie Mitarbeit bei verschiedenen Publikationen. Ab 2010 freier Autor.

Luca Hammer

ist Blogger, Sprachspieler, Webentwickler, Autor, Denker, Mensch, Student, Realist und Idealist. Er arbeitet bei Mehrblick, hält Vorträge über die Medienzukunft und studiert Publizistik- und Kommunikationswissenschaften an der Uni Wien. In seiner Freizeit bloggt er und kümmert sich um die Initiative Blögger.

Jana Herwig

Studium der Theater-, Film- und Fernsehwissenschaft, Niederländischen Philologie und Pädagogik. Abschluss 2003 mit einer Arbeit zum Thema “Illusion – Simulation – Virtualität. Wirklichkeitsmodalitäten von Kino, Fernsehen, World Wide Web” (Fakultätspreis). Seit 2000 verschiedene Tätigkeiten in der Onlinebranche u.a. als Web-Developerin (Web 1.0) und Online-Redakteurin, Projektmanagerin für Neue Medien, Corporate Blogger und Social Media Trainer. Tätigkeiten im akademischen Bereich: Tutorin und studentische Hilfskraft am Institut für Theater-, Film- und Fernsehwissenschaft und am Sonderforschungsbereich Medien und Kulturelle Kommunikation (Universität Köln, 1998-2001), seit 2008 Arbeit an einem Dissertationsprojekt zu digitalen Online-Medien, Mitarbeiterin am Institut für Theater-, Film- und Medienwissenschaft der Universität Wien.

Patrick Dax

Patrick Dax ist Redakteur bei der ORF.at FutureZone und lehrt an der Universität für angewandte Kunst (Abteilung Digitale Kunst) kollaboratives und disloziertes Arbeiten.



Andreas Langegger

Studium der Medientechnik und Design an der Fachhochschule Hagenberg, danach Studium der Wirtschaftswissenschaften an der University Wien . Arbeitete an der Johannes Kepler Universität Linz im Bereich e-Tourismus, Grid Computing, Semantic Web. Promotion im März 2010 . Neben dem Studium, der Forschung und der Lehrtätigkeit seit September 2007 als unabhängiger IT-Berater tätig.

Rudolf Felser

ist freiberuflicher Redakteur bei der Zeitschrift Computerwelt und Online-Chefredakteur von computerwelt.at



Jan Hackl

ist Gameentwickler und Gründer von und bei Broken Rules. Studium der Medieninformatik an der TU Wien. “Student Showcase Winner” beim Independent Games Festival (IGF) in San Fransisco. Gründung des eigenen Spielelabels namens Broken Rules. Publikation von “And Yet It Moves” bei Greenhouse und für die Nintendos Wii. Gewinner des Content Award Vienna 2009 in der Kategorie Games.

Dieses Video bietet einen kurzen Rückblick auf den 2. Leipziger Semantic Web Tag, der im Mai 2010 stattgefunden hat. Insbesondere wird auf das Thema Open Data und Linked Data eingegangen. Das Video berichtet auch über die Eröffnung des “German Chapters” der Open Knowledge Foundation (OKFN). Mehr Infos dazu am Blog der AKSW der Uni Leipzig.

2. Leipziger Semantic Web Tag (LSWT2010) from Sebastian Tramp on Vimeo.

The Promise of the Semantic Web
ein Film von Kate Ray:

Web 3.0 from Kate Ray on Vimeo.

SensorWeb 2.0-Style

Dass das zukünftige Sensorweb nicht unbedingt eine zentral gesteuerte und zentral aufgebaute Infrastruktur sein muß, haben wir in diesem Blog schon anhand von Patchube erwähnt. Ein weiterer solcher dezentraler Einsatz eines Sensorweb auf crowdsouring-basis ist “the copenhagen wheel”. Das vom MIT anlässlich der Weltklimakonferenz entwickelte Stadtrad sammelt über eingebaute Sensoren Information über Geschwindigkeit, Richtung, geradelte Kilometer, Luftgüte und Ähnliches, die es via Bluetooth an das nächste iPhone schickt. Dabei haben die Entwickler/innen des MIT nicht ein kompletes Rad neu zu entwickeln versucht, sondern stecken alle Intelligenz, gemeinsam mit einem Hybridantrieb in das Hinterrad. Man behält also sein altes Rad und rüstet nur den Hinterreifen um. KERS heisst das System und sammelt Energie beim Fahren und Bremsen, die man dann bergauf für extraboost nutzen kann.

Wenn etwas sehr begehrt ist, es jeder haben möchte und niemand hergeben, dann sagt man in Österreich “es ist ein G’riss darum”. Es scheint als wären Daten dieses “Möchte-Haben” des ZukunftsWeb. In letzter Zeit gehen die großen Datenbroker (Google, Facebook, …) immer weiter an die Akzeptanzgrenzen ihrer User heran, um an personenbezogene Daten oder Daten die die Privatheit betreffen zu kommen. Es geht dabei um den Datenrohstoff für Marketing, PR und Produktoptimierung.

Doch es gibnt auch noch eine andere Welt der Daten, denn inzwischen ist das Interesse an Daten kein einseitiges mehr. Auch Bürger/innen und Konsument/innen artikulieren ihr Anrecht auf Datenressourcen. Angestossen durch die Initiativen in den Vereinigten Staaten erkennen Bürger/innen ihr Recht auf die Daten, die sie selbst durch ihre Steuerleistung quasi bezahlt haben: Mikrozensus, Statistiken, Verkehrsdaten, parlamentarische Protokolle und Förderungsstatistiken, Budgetzahlen und Landvermessung. Daten, die oft ohnehin durch Regierungsstellen offengelegt werden müssten, aber bislang in PDFs, Jahrbüchern und Tabellenkalkulationen verborgen waren. Das Grundrecht auf Information für den/die Bürger/in sicherzustellen, bedeutet im Informationszeitalter mehr als die ungeordnete Zugänglichmachung der Daten – es bedeutet die einheitliche Lesbarkeit dieser Daten für jedermann sicherzustellen. Die Regierungen von Barak Obama und Gordon Brown haben das erkannt und dementsprechende Initiativen lanciert.

PPT by Rufus Pollock: Gordon Brown zu OpenGovernmentData


Ganz im Unterschied zur eingangs beschriebenen Begehrlichkeit der Datensammler des Privaten, geht es den Open-Government-Initiativen darum öffentliche Daten als neue Ressource zugänglich zu machen – und dies zum vielfältigen Vorteil:

PPT by Andreas Langegger: Linked Government Data


Open Government Data ist demnach der Treibstoff für die nächste Generation in Internetdemokratie und Internetökonomie und im Stande in beiden Feldern Wesentliches voranzubringen: Eine/n sich einbezogen und informiert fühlende/n Bürger/in und sowie einen Innovationsschub für eine klein- und mittelständische Internetwirtschaft abseits der wenigen “Großen des Sektors”.

Auf Seiten der Anwender/innen und Entwickler/innen ist der Prozess bereits unterwegs: Auch in Österreich konstituiert sich eine breit aufgestellte Initiative – beginnend mit einem MeetUp am 8. April. Die Politik zeigt Interesse. Und dazu muß man nicht Obama oder Brown heißen. Die Daten einer Gemeinde oder eines Magistrats reichen oft aus um großartige Beispielprojekte zu befüttern.

Weiterschauen
Open Government Data – Anwendungen

Das Web der Zukunft ist voller Hoffnungen und Ängste. Überwachung und Kommunikation, Information und Zensur, Offene Daten und Monopole. All das haben wir im Projekt ZukunftsWeb in Webinaren am Blog und im Realraum diskutiert – Material genug, um daraus ein Buch zu machen: Das ZukunftsWebBuch.

paperback

Nun möchten wir zwischen die Buchdeckel nicht nur Tortengrafiken und Screenshoots geben – wir finden, das man sich auch anderswertig EIN BILD VOM ZUKUNFTSWEB machen kann: Abstrakt, fotografisch, digital oder als Strichzeichung. Wir suchen Bilder des ZukunftsWeb für unsere Publikation!

Lade Dein Werk auf Flickr hoch, und verlinke es in unsere Gruppe!

Unter den Postings verlosen wir drei Gutscheine von Jollydays. Wähle aus, ob Du mit dem Gutschein, Fallschirmspringen, Surfen, Tauchen, in die Terme gehen oder doch ein nettes “dinner for two” haben möchtest. Wir freuen uns auf die Einreichungen.

EINREICHSCHLUSS: 15.05.2010
der Rechtsweg ist ausgeschlossen

Tim Berners-Lee, Direktor des W3C, zeigt in einem 5-minütigen Video beeindruckende Beispiele für den Einsatz von Open Data. Wo das Open Data Prinzip zum Einsatz kommt – großteils als Mashups oder in Form von Linked Data – werden neue Anwendungen möglich, die ohne dem Web nicht möglich gewesen wären. Das wohl beeindruckendste Beispiel ist der Einsatz von OpenStreetMap als wichtige Infrastruktur für die Hilfsaktionen nach dem Erdbeben in Haiti.