Chancen & Risiken für Unternehmen & AnwenderInnen
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Viktor Mayer-Schönberger präsentiert erstmalig in Österreich sein jüngst erschienenes Buch – „Delete: The Virtue of Forgetting in the Digital Age“. Seit Jahrtausenden ist für Menschen das Erinnern schwer und das Vergessen einfach. Digitale Technologien – für 80% der Kreativen ein alltägliches Werkzeug – haben dies umgekehrt: Kostengünstige Datenspeicher und leichtes Suchen machen es möglich sich einfach zu erinnern. In Zeiten von Google, Facebook und Co – kann erinnern zum hochbrisanten Thema werden. Viktor Mayer-Schönberger, internationaler Internetexperte, gebürtiger Österreicher, Professor an der Havard Universität und in Singapur macht dazu einen provokanten Vorschlag: Er plädiert dafür, den Automatismus der Speicherung umzudrehen – „delete“!

Die Veranstaltung wird online über www.creativwirtschaft.at (1.März, ab 19:00 Uhr) und in’s net culture lab Dornbirn, Marktstrasse 4, 5. Stock übertragen.

Am 25.02. ab 16:30 startet das dritte ZukunftsWebinar live in Facebook, GotoMeeting und ustream.tv.

Jana Herwig im Gespräch mit dem Web-Entreprenuer der ersten Stunde Florian Brody (USA) und Corinna Bath (D) – Web-Wissenschaftlerin aus Berlin.

Kostenloses Login unter www.zukunftsweb.at/webinare/webinar-0210

direkte Links zum Liveevent ab 16:30

Wie aktuell das Zukunftsweb-Projekt der Semantic Web Company ist und auf wie vielen Ebenen es Relevanz hat, zeigt sich unter anderem in der medialen Rezeption des Themas. Ein Beispiel ist etwa der umfangreiche Themenschwerpunkt „Digitales Denken“ in einem Feuilleton der Frankfurter Allgemeinen Zeitung FAZ.NET. Untertitel „Wie verändert uns das Internet?

(cc) by Stian EikelandDiskussionen über die Auswirkungen des Netzes auf unseren Alltag und unser Denken sind oft ideologisch überfrachtet, heißt es dort. Kunsthistoriker, Schriftsteller und andere Kreative kommen zu Wort und die Antworten sind so vielfältig wie beachtenswert. Die renommierte Edge Foundation wirft regelmäßig Fragen zu intellektuellen, philosophischen und künstlerischen Kernthemen auf, um eine Diskussion zu entfachen. So veröffentlichte der amerikanische Literaturagent John Brockman Anfang Jänner die Frage des Jahres 2010: Wie verändern Internet und vernetzte Computer die Art, wie wir denken? Im Kern der Diskussion steckt die Frage des Wissenschaftshistorikers George Dyson: „Sind der Preis für Maschinen, die denken, Menschen, die es nicht mehr tun?“ Brockman, der einige der wichtigsten Wissenschaftler der Gegenwart zu seinen Autoren zählt, umkreist diese Vision auf Edge.org mit hunderteinundzwanzig Antworten. „Wir drucken die interessantesten in diesem Feuilleton“, so Frank Schirrmacher, Autor und Mitherausgeber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. „Anders als in Deutschland, wo die Debatte über das Informationszeitalter noch immer ein von Interessen geprägtes Palaver über Medien ist, zielt die Edge-Debatte in die Tiefe“.

Internet als „Dynamik der Meute“

Recht kritisch geht Jaron Lanier an die Thematik heran. Der Internet-Pionier der ersten Stunde hat etwa den Begriff „virtuelle Realität“ geprägt, den ersten Avatar erfunden und spricht heute vom digitalen Mob und vom Ende des digitalen Maoismus – etwa in einem Gespräch mit FAZ.NET. In Facebook ist nicht etwa er persönlich, sondern seine Katze zu finden, damit er zwar seine Erfahrungen machen, aber dennoch anonym bleiben kann.

Jaron Lanier: you are not a gadgetNoch etwas weiter geht Lanier in einem aktuellen Spiegel-Interview, wo er das Gemetzel thematisiert, das im Netz als Musterverhalten hergenommen werden kann: ein Thema, das wohl eine weit tiefer gehende Auseinandersetzung verdient, und zu dem so mancher Internetbenutzer eigene Geschichten zu erzählen weiß – auch ich aus meiner jüngsten Alltagsarbeit: Als mir etwa irrtümlich ein Email aus dem BCC-Modus in den CC-Modus verrutschte und ich daraufhin blitzschnell einige höchst erstaunliche Reaktionen – provozierte, jeweils mit gesamter Verteiler-Adresse – die wohl bei einem BCC-Email niemals ans Licht gekommen wären. Und wie viel Zeit da plötzlich darauf verwendet wurde, um sich „ins rechte Licht“ zu setzen.
„Das ist keine Ausnahme, sondern ein typisches Muster im Netz“, so Lanier – er erwähnt dabei eines der vielen „teuflischen Gemetzel“ wie man sie aus Online-Foren kennt. Und „… die Dynamik der Internet-Meute bedingt, dass man am Ende mitmachen muss, um nicht selbst Opfer zu werden“.

Das Netz vergisst nichts

Das Netz lässt nur Konformismus zu, so Lanier. „Es belohnt Leute, die in soziale Normen passen. Wer sich außerhalb der Norm bewegt, kann schnell zum Opfer werden. Wir haben inzwischen ein riesiges Problem mit Cyber-Mobbing“. Mehr dazu in seinem jüngst erschienenen Buch „You are not a Gadget -A Manifesto“, wo er nun die Schattenseiten des Netzes kritisiert.

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist, dass es das Netz nicht erlaubt, sich selbst neu zu erfinden. Es vergisst nichts. Das kann schlecht sein, aber auch spannend – je nachdem, wie man mit Informationen und dem Netz umgeht. Viele dieser Prognosen haben Netzpioniere, die sich etwa schon in den Achtzigern mit neuen Medientechnologien beschäftigt haben, schon vorhergesagt. Manche Visionen von damals beginnen nun langsam zu greifen (Siehe auch Die Protagonisten des Zukunftsweb oder Es lag in der Luft…). Gerade dieser Aspekt gebietet es, Verantwortung zu übernehmen. Im Netz und für das Netz, heute und (für) morgen. Denn das Internet zu verteufeln wäre ebenso  reduktionistisch und simpel wie unrealistisch.

PROGRAMMTIPP

Donnerstag, den 4. Februar 2010, um 21 Uhr
Die Sendung scobel auf 3sat
: Die Welt ist flach: Chancen und Risiken der digitalen Veränderung

THEMENSCHWERPUNKT IM 3SAT … Leben im Netz … Wie das Internet unsere Welt verändert
3-Sat: “Nicht nur wirtschaftlich hat sich der Alltag durch das World Wide Web dramatisch verändert. Es gibt kaum Modelle, wie durch eine geeignete Ordnungskompetenz die Flut von Information sinnvoll genutzt werden kann. Stattdessen führt die Überflutung, ebenso wie die Doppel- und Dreifachbelastung in der Kommunikation durch E-Mails, Twitter oder andere Web 2.0 basierte Dauerkommikationstechnologien zu einem bislang wenig erforschten digitalen Stress”. Zu Gast bei Gert Scobel sind diesmal Constanze Kurz vom Chaos Computer Club, Gisela Schmalz von der Rheinischen Fachhochschule Köln und Frank Schirrmacher von der FAZ.  Weitere Informationen finden Sie unter http://www.3sat.de/scobel/140847/index.html.

Am 28.01. ab 16:30 startet das zweite ZukunftsWebinar live in Facebook, GotoMeeting und ustream.tv. Vertreter der heimischen Web3.0-Szene entwerfen ein Bild des zukünftigen Web3.0-Marktes in Österreich. Bei diesem interessanten Onlineevent sollte man dabei sein. Kostenloses Login unter www.zukunftsweb.at/webinare/webinar-0110

direkte Links zum Liveevent ab 16:30

Eine neue Landkarte der neuen Welt will Wolf Lotter zeichnen. Denn es geht – wie überall – um die Macht. Welche Paradigmenwechsel stehen an? Eine offene Gesellschaft ist die Voraussetzung dafür, dass Wirtschaft gedeihen kann, schreibt die Süddeutsche Zeitung online in einer Rezension über ein neues Buch von Wolf Lotter mit dem Titel Die kreative Revolution. Lotter ist nicht nur Mitbegründer und Redakteur des Wirtschaftsmagazins Brand eins: Er hat sich schon zu einer Zeit journalistisch mit digitalen Technologien beschäftigt, als das hierzulande noch kaum jemand tat – seine Arbeiten thematisieren seit 1984 die Transformation der alten Industriegesellschaft hin zur neuen Wissensgesellschaft. Es ist daher nur natürlich, dass er auch über Veränderungsprozesse nachdenkt. Auch in Bezug auf das Internet.

www.wolflotter.de

Kreativität ist nicht der Rettungsanker des Industrialismus, meint Lotter. Aber sie ist der Treiber für eine grundlegende Änderung der Ökonomie. Tatsächlich “geht es um eine Machtauseinandersetzung zwischen zwei nicht kompatiblen Organisationsstrukturen: industriekapitalistisch die eine,
wissensbasiert die andere”.

http://www.zukunftsweb.at/materialien-fur-uebermorgen/essays/es-lag-in-der-luft

Papier oder Bildschirm

Das Buch stirbt aus; die Bibliotheken verwaisen; der Buchhandel kollabiert! Der Hypertextroman kommt, der ultimative eReader ist am Markt; Zeitschriften auf elektronischem Papier! Viel wurde schon vorausgesagt, angesagt und analysiert, wenn es um den Medienwechsel des Geschriebenen Wortes (Romane, Zeitungen, Essays, Sachartikel, …) geht. Die Geschichte des elektronischen Publizierens ist eine lange.

Schon 1971 startete Michael Hart das Projekt Gutenberg. Basierend auf Büchern deren Copyright nie belegt waren oder mittlerweile ausgelaufen ist. Ähnlich wie bei Wikipedia stützt sich das Projekt auf die kollaborative Arbeit seiner Mitglieder. So haben sich inzwischen 27.000 Titel zur kostenfreien privaten – aber auch kommerziellen – Nutzung angesammelt.

rocket eBookLesegeräte abseits des Computerbildschirms waren bis Ende der 90er-Jahre nicht für den Massenmarkt verfügbar. 1996 brachte die Firma Palm die ersten populären elektronischen Organizer auf den Markt. Mit Ihnen war es es erstmals möglich Texte im unformatierten TXT-Format zu lesen. Einen echten ersten Versuch einen eBook-Reader als Produkt zu etablieren unternahm das junge Unternehmen NuvoMedia mit dem Rocket eBook. Mit einem Speicher von bis zu 16 MB ließ sich eine Bibliothek mit mehreren Dutzend Titeln im HTML-Format anlegen. Das Display war in Schwarzweiß, erlaubte aber  zumindest Titelbilder und Innenillustrationen in grober Auflösung. Der hohe Preis von ca. 300,- Euro, das beträchtliche Gewicht und vor allem mangelnder Support durch große Verlagshäuser ließen das Rocket eBook jedoch schnell floppen. Erst die fortschreitenden Entwicklungen in der Displaytechnik stieß die neue Entwicklungen – beginnend mit 2008 – an. Die Marktreife von Elektronischem Papier (kurz ePaper) brachte eine Anzeigetechnik, die das Licht wie normales Papier reflektiert und Texte und Bilder dauerhaft angezeigt, ohne dass dafür eine Erhaltungsspannung erforderlich ist. Bei diesem Anlauf zum eBook sind nun auch Inhalteanbieter wie Sony und Amazon mit eigenen Produkten am Start: Sony Reader und Amazon Kindle.

Entscheidend für den Durchbruch im Bereich dürfte schlussendlich sein, dass Amazon den eBook-Vertrieb auch für iPhones geöffnet hat. Das iPhone bietet mit dem 3,5 Zoll großen Bildschirm zwar kaum Lesekonfor, doch ist die Plattform mit über 10 Millionen verkauften Geräten so groß, um entsprechend Rückenwind zu generieren. Mit Erfolg! Amazon vermeldete kürzlich für das Weihnachtsgeschäft 2009 erstmals mehr e-Books als physische Bücher verkauft zu haben. Ob damit jedoch schon das Rennen für Amazon gewonnen ist, ist keineswegs sicher. Noch gibt es eine zueinander inkompatible Landschaft an Formaten und Geschäftsmodellen. Darüber hinaus haben auch große IT-Anbieter noch keine endgültigen Strategien im Umgang mit dem eBook-Segment verlautbaren lassen. Was die Großen wie Apple, Microsoft und Google hier vorhaben, kann den Markt nocheinmal erheblich umwälzen.

Eines ist Sicher: Neununddreisig Jahre nachdem Michael Hard begonnen hat Bücher zu digitalisieren, geht es in den kommenden Jahren um Standards, Hardwareplattformen und Marktanteile in diesem Segment. Und vielleicht beginnen wir alle wieder mehr zu lesen.

Weiterlesen:

Bald hat die Jahreszahl keine Null mehr in der Zehnerstelle. Zehn Jahre nach der für viele magisch anmutenden Jahrtausendwende ist der Blick zurück – gerade bei den Internettechnologien – ein sich lohnender.

Copyright World Economic Forum (www.weforum.org), swiss-image.ch/Photo by Severin NowackiBill Gates ist unglaublich reich, aber Microsoft hat nicht die Weltherrschaft angetreten. In den 90ziger Jahren schien es, als würde an Microsoft in Zukunft nichts vorbeiführen. Da wurden Browser und Suchmaschinen, Betrieb- und Netzwerksoftwareanbieter reihenweise “geschluckt”. Dennoch – obwohl mit MS immer noch ein Marktführer im Rennen ist, wurde  die Rolle der Microsoft Corp. mehr und mehr relativiert. Aus der Initiative einiger Geeks entstanden nach-und-nach tragfähige OSS-Betriebsysteme als ernsthafte Alternativen. Im Web etablierten sich mit frei verfügbaren Angeboten (SAAS) kraftvolle Alternativen zur Office Software und schließlich hat die Evolution von Geräten und Anwendungen im Mobilgerätemarkt neue Betriebsysteme und auch Hardwareansätze (Netbook, Tablett, …) abseits des Betriebsystemalleinanbieters hervorgebracht. Neue globale Player sind (wieder)erschienen, und greifen wie in den 90zigern wieder nach dem Oligopol: Google und Apple. Wir vermuten wieder die Weltherrschaft hinter den neuen “Großen”. Mal sehen.

140 Sargnägel für das Themenportal. Content is King – der Wahlspruch der frühen Nullerjahre! Den Marketing- und Rezipientenforschungsrezepten der Medienhäuser (damals oft nur TV-Print-Radio) folgend, dachte man an Portale für den/die individuelle/n Webnutzer/in. Groß angelegten Websites, die möglichst alles bieten, was der User braucht. Ein gesetztes Bookmark war der Sieg – schicke Begriffe wie “Stickyness” und “Cosyness” waren Pflicht. Doch – außer für einige Crossmedia-Anbieter – brachten die Werbeerlöse aus Bannerwerbung zumeist kein tragfähiges Geschäft. Es scheint ein Paradigma des Internetzes zu sein, das nicht “Leiten”, sondern “Suchen” das Tun und die Phantasie der Nutzer/innen beflügelt. Musik suchen, Freunde suchen, Clips suchen und Aussagen suchen – dafür braucht man Profile, Metadaten, Verknüpfungen und eine geeignete Oberfläche: Facebook, FriendFind, Xing und MySpace. Für die tägliche Suche im globalen Informations- und Personendschungel sind 140 Zeichen bei weitem genug. Schnell formulierbar, am Handydisplay darstellbar, auch mit 12 Tasten schreibbar und vor allem gut syndizierbar, reichen die zwei kurzen Sätze der Microbloggingrealität aus, Netzwerke zu erhalten, Meinungen zu verbreiten und vor allem Werbung für sich selbst oder sein Produkt zu machen. So schrumpfte das Themenportal auf ein simples kleines Zeichen: Den Hashtag.

CCMit beiden Beinen stand die sogenannte Copyrightindustrie auf der Bremse, wenn es um die Verbreitung von Multimediainhalten im Internet ging. Es war der große Kampf in den Nullerjahren: Copyrightindustrie (besonders große Musikverlage, Hollywoodkino und TV-Networks) im großen Verteidigungskrieg gegen neue Businessmodelle, Vertriebswege und Verwertungsmöglichkeiten. Es war vor allem die Musikindustrie, die nach satten Zuwächsen durch die Einführung der CD (profitabler Wiederverkauf von bereits auf Vinyl erschienenen Bestsellern) den Anschluß an die veränderten technologischen und wirtschaftlichen Gegebenheiten zu verpassen schien. Auf die im Internet publizierte Privatkopie des eigenen Digitaltonträgers via Napster reagierte die Musikindustrie mit Kriminalisierung gegenüber den Plattformbetreibern und später dann auch den Nutzer/innen – der eigenen Kundschaft. Dass es dieser Kundschaft nicht primär um den Diebstahl, sondern um den Erwerb von Musiktitel geht, zeigte eindrucksvoll die Etablierung von I-Tunes. Damit hat Apple zweierlei erreicht: Herstellung eines mediengerechten Zugangs zu Musikinhalten und Vermarktung eines eigenen Abspielgerätes, dem I-Pod. Schlau! Dass auch zu diesem Zeitpunkt die Musikindustrie noch immer auf DRM setzt, und damit vollends ihre Reputation verspielt, ist wohl das Gegenteil von Schlau. Am Ende des Jahrzehntes haben wir eine veränderte Musikindustrie vor uns: Konzerte als tragende Säule im veränderten Einkommensmix der Musiker/innen, virales Marketing anstatt großer Kampagnen, in großen Teilen aufgesplittete Verwertungsketten vom/von dem/der Musiker/in zum Konsumenten und schließlich Verwertung außerhalb des Copyrightsystems (Stichwort CC und PublicDomain). Die Nullerjahre haben uns auch gezeigt, wie schwierig es für etablierte Marktteilnehmer sein kann, den Weg in’s “neue” Medium zu schaffen.

Konvergenz: Ein no-no-word wird Wirklichkeit! In jedem Businessplan der Bubbleökonomie des beginnenden Jahrzehntes war sie postuliert: Die Verschmelzung von Medien, Content und Plattformen. Mit der geplatzten Blase war dann auch Ruhe um den Begriff. Doch gerade die Mobiltechnologie hat bei bei Betriebssystemen, Plattformen und Konzepten die gesamten Nullerjahre stetig an der Integration verschiedenster Services bei den Mobilplattformen gearbeitet – erfolgreich. Am Ende des Jahrzehntes haben wir schnell angebundene mobile Geräte, die Internet, TV, Radio und (ja, fast vergessen) Telefonie selbstverständlich vereinen.

Internet: Ein Wohlstandsquelle für wenige. Der Aufbruch in’s neue Jahrzehnt läßt ein ZukunftsWeb erwarten, dass uns viele neue Anwendungen, Einkommensmöglichkeiten und kulturelle Veränderungen bringt. Doch das Internet ist nur auf der nördlichen Hemisphäre eine tragfähige Infrastruktur. Die Entwicklungsländer haben oftmals keine ausreichende Telekominfrastruktur, um echte Player im globalen Konzert der Internetwirtschaft zu werden. Ein globaler “digital devide” der in den Nullerjahren den Marktmechanismen überlassen wurde – mit dem Preis des Stillstands dort.

(cc) Ziko van DijkVom vernetzten Wissen zum vernetzten Denken. Wie selbstverständlich schauen wir heute “kurz einmal” in Wikipedia nach, oder “googeln”, wenn es darum geht, einen Begriff oder Sachverhalt nachzufragen. Noch 2000 hätten wir  zu Brockhaus oder Enzyklopädia Britannica gegriffen. Und wer dachte damals daran, dass dieses gesammelte Wissen von den Usern selbst erstellt wird? Inzwischen haben wir auch gelernt, dass wir – mit einer gesunden Vorsicht – diesen Userkolleg/innen als Quelle vertrauen können. Die “Weisheit der Vielen” ist aber nicht nur Motor der größten vernetzten Wissensbasis der neueren Geschichte, sie ist auch Grundprinzip von Innovationsvorgängen in Wirtschaft und Gesellschaft. So sind Begriffe wie Crowdsourching, Prosumer und Leaduser bereits oft im Spiel, wenn es um die gemeinsame Lösung von Problemen und das gemeinsame Schaffen von Neuem geht.



230 Seiten – voll mit empirischen Daten – zählt der umfangreiche Bericht “Trends in connectivity technologies and their socio-economic impacts”, der im Auftrag der Europäischen Kommission beim renomierten Thinktank RAND in Auftrag gegeben wurde. Die EU will die Ergebnisse zur Formulierung einer Nachfolgeagenda für das auslaufende i2010-Programm verwenden.

I2010 ffRAND entwirft dabei drei Szenarien der Internetzukunft: The Borderless World,  The Connecting World und The Scattered World of 2020. Hinterlegt mit vergleichenden Nutzungs- und Entwicklungsdaten aus den EU-Ländern, den Vereinigten Staaten, China, Japan und Korea zeigt RAND die mögliche wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung anhand des Maß staatlicher Regulierung und Rückwirkung multikontinentaler Konzerne auf. Auf technnologischer Ebene macht RAND vier Trends klar fest:

  • Das Netz wird unabhängig von “spezifischen Orten, Geräten, Programmen usw.”
  • Datenverarbeitung und -speicherung werden zu Infrastrukturangeboten “wie Wasser, Strom, Gas usw.”
  • Die zunehmende “Mensch-Computer-Konvergenz [...] wird die Zwei-Wege-Partnerschaft zwischen sozialen und technologischen Systemen stark verbessern”.
  • Durch Web-3.0-Technologien wie das semantische Web wird das Internet “zu einem intelligenten Akteur werden.



Für die Nachfolgepolitiken zu EUs i2010-Strategie bedeutet dies ein Governancemodell mit den Eckpfeilern “Offenheit”, “Wettbewerb”, “Public-Private-Parnerships”, “leistungsfähiger Aufsicht” und “effektiver Selbstregulierung” zu finden.

Die Studie im DOWNLOAD.

Sich im Wort ausdrücken, verständlich zu Formulieren und Gedanken vermitteln zu können ist eine entscheidende Fähigkeit um im täglichen Leben bestehen zu können und erfolgreich zu arbeiten. Die Fähigkeiten dazu werden im Schulalter erworben: Schreiben, Reden, Formulieren.

Lange Zeit war man der Meinung, dass die sogenannte “Internetgeneration” diesbezüglich mit massiven Kommunikationsdefiziten und Ausdrucksschwächen zu kämpen habe. Eine jüngst in Großbritannien erschienene Studie räumt jedoch mit dem Vorurteil “Computer machen doff” gründlich auf. Laut “National Literacy Trust” unterstützt die Nutzung von Sozialen Netzwerken, Blogs und sogar SMS beim Erwerb der kommunikativen Basis:

The more forms of communications children use the stronger their core literary skills.
Jonathan Douglas, National Literacy Trust

So weist die Studie eine höhere Selbstsicherheit im Formulieren bei jenen Kindern aus, die Bloggen, Twittern, SMSen oder Facebook nutzen (61%). Kinder ohne signifikante Internetaktivität sind hingegen wesentlich unsicherer hierbei (47%). Jonathan Douglas widerspricht auch der gängigen These, dass die verkürzte Kommunikation via SMS und 140-Zeichen-Statusfeld auf Kosten der Rechtschreibung und Grammatik gehe. Die Jugendlichen verstehen laut Douglas zwischen den Medien zu wechseln und können daher unabhängig voneinander verschiedene Nutzungsmuster erlernen. Die Internetgeneration kann sich durch die Nutzung des Web2.0 wieder für’s Tagebuchschreiben, Geschichtenformulieren und Gedichte begeistern.

Abschließend ortet Douglas in einem BBC-Interview massiven Bedarf einer überdachten pädagogischen Praxis, die Internetlitracy entsprechend begleitet und fördert.

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Am 26.11. ab 16:30 startet das erste ZukunftsWebinar live in Facebook, GotoMeeting und Justin.tv. Das Expertenduo Michael Nagenborg und Klaus Wiegerling  diskutiert gemeinsam mit Jana Herwig Ethikfragen des zukünftigen Internet. Bei diesem interessanten Onlineevent sollte man dabei sein. Kostenloses Login unter www.zukunftsweb.at/aktuell/webinar-26112009

direkte Links zum Liveevent ab 16:30