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	<title>ZukunftsWeb &#187; kulturtechnik</title>
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	<description>Chancen &#38; Risiken für Unternehmen &#38; AnwenderInnen</description>
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		<title>Frage des Jahres: Wie verändert uns das Internet?</title>
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		<pubDate>Tue, 02 Feb 2010 13:06:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marion Fugéwicz-Bren</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Wie aktuell das Zukunftsweb-Projekt der Semantic Web Company ist und auf wie vielen Ebenen es Relevanz hat, zeigt sich unter anderem in der medialen Rezeption des Themas. Ein Beispiel ist etwa der umfangreiche Themenschwerpunkt „Digitales Denken“ in einem Feuilleton der Frankfurter Allgemeinen Zeitung FAZ.NET. Untertitel „Wie verändert uns das Internet?“ Diskussionen über die Auswirkungen des [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wie aktuell das <a href="../">Zukunftsweb-Projekt</a> der <a href="http://www.semantic-web.at/">Semantic Web Company</a> ist und auf wie vielen Ebenen es Relevanz hat, zeigt sich unter anderem in der medialen Rezeption des Themas. Ein Beispiel ist etwa der umfangreiche Themenschwerpunkt „Digitales Denken“ in einem <a href="http://www.faz.net/s/RubCEB3712D41B64C3094E31BDC1446D18E/Doc%7EEE6BE4E1C35B5488BB460630434F717C1%7EATpl%7EEcommon%7ESspezial.html">Feuilleton</a> der Frankfurter Allgemeinen Zeitung FAZ.NET. Untertitel „<a href="http://www.faz.net/s/RubCEB3712D41B64C3094E31BDC1446D18E/Doc%7EEF39C4EB71CB548BCBA2043AC21BC8B1C%7EATpl%7EEcommon%7ESspezial.html">Wie verändert uns das Internet?</a>“</p>
<p><a href="http://www.flickr.com/photos/stianeikeland/"><img class="alignleft size-full wp-image-995" style="margin: 8px;" title="(cc) by Stian Eikeland" src="http://www.zukunftsweb.at/wp-content/uploads/2010/02/3696386615_19c3c56b23.jpg" alt="(cc) by Stian Eikeland" width="184" height="122" /></a>Diskussionen über die Auswirkungen des Netzes auf unseren Alltag und unser Denken sind oft ideologisch überfrachtet, heißt es <a href="http://www.faz.net/s/RubCEB3712D41B64C3094E31BDC1446D18E/Doc%7EEE6BE4E1C35B5488BB460630434F717C1%7EATpl%7EEcommon%7ESspezial.html">dort</a>. Kunsthistoriker, Schriftsteller und andere Kreative kommen zu Wort und die Antworten sind so vielfältig wie beachtenswert. Die renommierte <a href="http://www.edge.org/about_edge.html">Edge Foundation</a> wirft regelmäßig Fragen zu intellektuellen, philosophischen und künstlerischen Kernthemen auf, um eine Diskussion zu entfachen. So veröffentlichte der amerikanische Literaturagent John Brockman Anfang Jänner <span style="text-decoration: underline;"><a href="http://www.edge.org/questioncenter.html">die Frage des Jahres 2010</a>:</span> Wie verändern Internet und vernetzte Computer die Art, wie wir denken? Im Kern der Diskussion steckt die Frage des Wissenschaftshistorikers George Dyson: „Sind der Preis für Maschinen, die denken, Menschen, die es nicht mehr tun?“ Brockman, der einige der wichtigsten Wissenschaftler der Gegenwart zu seinen Autoren zählt, umkreist diese Vision auf <a href="http://www.edge.org/">Edge.org</a> mit hunderteinundzwanzig Antworten. „Wir drucken die interessantesten in diesem <a href="http://www.faz.net/s/RubCEB3712D41B64C3094E31BDC1446D18E/Doc%7EEE6BE4E1C35B5488BB460630434F717C1%7EATpl%7EEcommon%7ESspezial.html">Feuilleton</a>“, so Frank Schirrmacher, Autor und Mitherausgeber der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Frankfurter_Allgemeine_Zeitung">Frankfurter Allgemeinen Zeitung</a>. „Anders als in Deutschland, wo die Debatte über das Informationszeitalter noch immer ein von Interessen geprägtes Palaver über Medien ist, zielt die Edge-Debatte in die Tiefe“.</p>
<p><strong>Internet als „Dynamik der Meute“</strong></p>
<p>Recht kritisch geht Jaron Lanier an die Thematik heran. Der Internet-Pionier der ersten Stunde hat etwa den Begriff „virtuelle Realität“ geprägt, den ersten Avatar erfunden und spricht heute vom digitalen Mob und vom Ende des digitalen Maoismus – etwa in einem <a href="http://www.faz.net/s/RubCF3AEB154CE64960822FA5429A182360/Doc%7EEF3D66AAB23104807987FC43BF07E5FCE%7EATpl%7EEcommon%7EScontent.html">Gespräch mit FAZ.NET</a>. In Facebook ist nicht etwa er persönlich, sondern seine Katze zu finden, damit er zwar seine Erfahrungen machen, aber dennoch anonym bleiben kann.</p>
<p><a href="http://shop.spiegel.de/shop/action/productDetails/9160094/jaron_lanier_you_are_not_a_gadget_0307269647.html?aUrl=90009999"><img class="alignright size-full wp-image-998" title="Jaron Lanier: you are not a gadget" src="http://www.zukunftsweb.at/wp-content/uploads/2010/02/9160094_9160094_big.jpg" alt="Jaron Lanier: you are not a gadget" width="119" height="180" /></a>Noch etwas weiter geht Lanier in einem <a href="http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,674057,00.html">aktuellen Spiegel-Interview</a>, wo er das Gemetzel thematisiert, das im Netz als Musterverhalten hergenommen werden kann: ein Thema, das wohl eine weit tiefer gehende Auseinandersetzung verdient, und zu dem so mancher Internetbenutzer eigene Geschichten zu erzählen weiß – auch ich aus meiner jüngsten Alltagsarbeit: Als mir etwa irrtümlich ein Email aus dem BCC-Modus in den CC-Modus verrutschte und ich daraufhin blitzschnell einige höchst erstaunliche Reaktionen – provozierte, jeweils mit gesamter Verteiler-Adresse – die wohl bei einem BCC-Email niemals ans Licht gekommen wären. Und wie viel Zeit da plötzlich darauf verwendet wurde, um sich „ins rechte Licht“ zu setzen.<br />
„Das ist keine Ausnahme, sondern ein typisches Muster im Netz“, so Lanier – er erwähnt dabei eines der vielen „teuflischen Gemetzel“ wie man sie aus Online-Foren kennt. Und „&#8230; die Dynamik der Internet-Meute bedingt, dass man am Ende mitmachen muss, um nicht selbst Opfer zu werden“.</p>
<p><strong>Das Netz vergisst nichts</strong></p>
<p>Das Netz lässt nur Konformismus zu, so Lanier. „Es belohnt Leute, die in soziale Normen passen. Wer sich außerhalb der Norm bewegt, kann schnell zum Opfer werden. Wir haben inzwischen ein riesiges Problem mit Cyber-<a href="http://www.spiegel.de/thema/mobbing/">Mobbing</a>“. Mehr dazu in seinem <a href="http://shop.spiegel.de/shop/action/productDetails/9160094/jaron_lanier_you_are_not_a_gadget_0307269647.html?aUrl=90009999">jüngst erschienenen Buch „You are not a Gadget -A Manifesto“, wo er nun </a>die Schattenseiten des Netzes kritisiert.</p>
<p>Ein weiterer wichtiger Aspekt ist, dass es das Netz nicht erlaubt, sich selbst neu zu erfinden. Es vergisst nichts. Das kann schlecht sein, aber auch spannend – je nachdem, wie man mit Informationen und dem Netz umgeht. Viele dieser Prognosen haben <a href="http://www.netzpioniere.at/node/4">Netzpioniere</a>, die sich etwa schon in den Achtzigern mit neuen Medientechnologien beschäftigt haben, schon vorhergesagt. Manche Visionen von damals beginnen nun langsam zu greifen (Siehe auch <a href="../aktuell/webinar-28012010">Die Protagonisten des Zukunftsweb</a> oder <a href="../materialien-fur-uebermorgen/essays/es-lag-in-der-luft">Es lag in der Luft&#8230;</a>). Gerade dieser Aspekt gebietet es, Verantwortung zu übernehmen. Im Netz und für das Netz, heute und (für) morgen. Denn das Internet zu verteufeln wäre ebenso  reduktionistisch und simpel wie unrealistisch.</p>
<p><strong>PROGRAMMTIPP</strong></p>
<p style="padding-left: 30px;">Donnerstag, den 4.  Februar 2010, um 21 Uhr<strong><br />
Die Sendung scobel auf 3sat</strong>: <a href="http://www.3sat.de/dynamic/sitegen/bin/sitegen.php?source=/scobel/140847/index.html&amp;cx=10">Die Welt ist flach:  Chancen und Risiken der digitalen Veränderung</a></p>
<p style="padding-left: 30px;"><strong>THEMENSCHWERPUNKT  IM 3SAT &#8230; Leben im Netz &#8230; <a href="http://www.3sat.de/dynamic/sitegen/bin/sitegen.php?source=/scobel/140847/index.html&amp;cx=10" target="_blank">Wie das Internet unsere Welt verändert <span id="OBJ_PREFIX_DWT254"><span id="OBJ_PREFIX_DWT255"> </span></span></a></strong><br />
3-Sat:  &#8220;Nicht nur wirtschaftlich hat sich der Alltag durch das World Wide Web  dramatisch verändert. Es gibt kaum Modelle, wie durch eine geeignete  Ordnungskompetenz die Flut von Information sinnvoll genutzt werden kann.  Stattdessen führt die Überflutung, ebenso wie die Doppel- und  Dreifachbelastung in der Kommunikation durch E-Mails, Twitter oder  andere Web 2.0 basierte Dauerkommikationstechnologien zu einem bislang  wenig erforschten digitalen Stress&#8221;. Zu Gast bei Gert Scobel sind  diesmal Constanze Kurz vom Chaos Computer Club, Gisela Schmalz von der  Rheinischen Fachhochschule Köln und Frank Schirrmacher von der FAZ.  Weitere  Informationen finden Sie unter <span id="OBJ_PREFIX_DWT256"><span id="OBJ_PREFIX_DWT257"><a href="http://www.3sat.de/scobel/140847/index.html" target="_blank">http://www.3sat.de/scobel/140847/index.html</a></span></span>.</p>
<p style="padding-left: 30px;">
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		<title>Die Nullerjahre im Rückspiegel</title>
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		<pubDate>Sat, 26 Dec 2009 20:50:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Thurner</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Bald hat die Jahreszahl keine Null mehr in der Zehnerstelle. Zehn Jahre nach der für viele magisch anmutenden Jahrtausendwende ist der Blick zurück &#8211; gerade bei den Internettechnologien &#8211; ein sich lohnender. Bill Gates ist unglaublich reich, aber Microsoft hat nicht die Weltherrschaft angetreten. In den 90ziger Jahren schien es, als würde an Microsoft in [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Bald hat die Jahreszahl keine Null mehr in der Zehnerstelle. Zehn Jahre nach der für viele magisch anmutenden Jahrtausendwende ist der Blick zurück &#8211; gerade bei den Internettechnologien &#8211; ein sich lohnender.</p>
<p><span><strong><img class="alignleft size-full wp-image-944" style="margin: 6px;" title="Copyright World Economic Forum (www.weforum.org), swiss-image.ch/Photo by Severin Nowacki" src="http://www.zukunftsweb.at/wp-content/uploads/2009/12/419px-Bill_Gates_World_Economic_Forum_2007.jpg" alt="Copyright World Economic Forum (www.weforum.org), swiss-image.ch/Photo by Severin Nowacki" width="126" height="178" />Bill Gates ist unglaublich reich, aber Microsoft hat nicht die Weltherrschaft angetreten. </strong>In den 90ziger Jahren schien es, als würde an Microsoft in Zukunft nichts vorbeiführen. Da wurden Browser und Suchmaschinen, Betrieb- und Netzwerksoftwareanbieter reihenweise &#8220;geschluckt&#8221;. Dennoch &#8211; obwohl mit MS immer noch ein Marktführer im Rennen ist, wurde  die Rolle der <a href="http://www.internetevolution.com/complink_redirect.asp?vl_id=3426" target="new">Microsoft Corp.</a> mehr und mehr relativiert. Aus der Initiative einiger Geeks entstanden nach-und-nach tragfähige <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Open-Source" target="_blank">OSS-Betriebsysteme</a> als ernsthafte Alternativen. Im Web etablierten sich mit frei verfügbaren Angeboten (<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Software_as_a_Service" target="_self">SAAS</a>) kraftvolle Alternativen zur Office Software und schließlich hat die Evolution von Geräten und Anwendungen im Mobilgerätemarkt neue Betriebsysteme und auch Hardwareansätze (Netbook, Tablett, &#8230;) abseits des Betriebsystemalleinanbieters hervorgebracht. Neue globale Player sind (wieder)erschienen, und greifen wie in den 90zigern wieder nach dem Oligopol: Google und Apple. Wir vermuten wieder die Weltherrschaft hinter den neuen &#8220;Großen&#8221;. Mal sehen.</span></p>
<p><strong>140 Sargnägel für das Themenportal.</strong> Content is King &#8211; <span style="text-decoration: underline;">der</span> Wahlspruch der frühen Nullerjahre! Den Marketing- und Rezipientenforschungsrezepten der Medienhäuser (damals oft nur TV-Print-Radio) folgend, dachte man an Portale für den/die individuelle/n Webnutzer/in. Groß angelegten Websites, die möglichst alles bieten, was der User braucht. Ein gesetztes Bookmark war der Sieg &#8211; schicke Begriffe wie &#8220;Stickyness&#8221; und &#8220;Cosyness&#8221; waren Pflicht. Doch &#8211; außer für einige Crossmedia-Anbieter &#8211; brachten die Werbeerlöse aus Bannerwerbung zumeist kein tragfähiges Geschäft. Es scheint ein Paradigma des Internetzes zu sein, das nicht &#8220;Leiten&#8221;, sondern &#8220;Suchen&#8221; das Tun und die Phantasie der Nutzer/innen beflügelt. Musik suchen, Freunde suchen, Clips suchen und Aussagen suchen &#8211; dafür braucht man Profile, Metadaten, Verknüpfungen und eine geeignete Oberfläche: Facebook, FriendFind, Xing und MySpace. Für die tägliche Suche im globalen Informations- und Personendschungel sind 140 Zeichen bei weitem genug. Schnell formulierbar, am Handydisplay darstellbar, auch mit 12 Tasten schreibbar und vor allem gut syndizierbar, reichen die zwei kurzen Sätze der Microbloggingrealität aus, Netzwerke zu erhalten, Meinungen zu verbreiten und vor allem Werbung für sich selbst oder sein Produkt zu machen. So schrumpfte das Themenportal auf ein simples kleines Zeichen: Den <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Twitter" target="_blank">Hashtag</a>.</p>
<p><strong><a href="http://www.zukunftsweb.at/wp-content/uploads/2009/12/600px-Napster_Unique_Users.svg.png"><img class="alignright size-full wp-image-945" style="margin: 6px;" title="CC" src="http://www.zukunftsweb.at/wp-content/uploads/2009/12/600px-Napster_Unique_Users.svg.png" alt="CC" width="221" height="177" /></a>Mit beiden Beinen stand die sogenannte Copyrightindustrie auf der Bremse, wenn es um die Verbreitung von Multimediainhalten im Internet ging</strong>. Es war <span style="text-decoration: underline;">der</span> große Kampf in den Nullerjahren: Copyrightindustrie (besonders große Musikverlage, Hollywoodkino und TV-Networks) im großen Verteidigungskrieg gegen neue Businessmodelle, Vertriebswege und Verwertungsmöglichkeiten. Es war vor allem die Musikindustrie, die nach satten Zuwächsen durch die Einführung der CD (profitabler Wiederverkauf von bereits auf Vinyl erschienenen Bestsellern) den Anschluß an die veränderten technologischen und wirtschaftlichen Gegebenheiten zu verpassen schien. Auf die im Internet publizierte Privatkopie des eigenen Digitaltonträgers via <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Napster" target="_blank">Napster</a> reagierte die Musikindustrie mit Kriminalisierung gegenüber den Plattformbetreibern und später dann auch den Nutzer/innen &#8211; der eigenen Kundschaft. Dass es dieser Kundschaft nicht primär um den Diebstahl, sondern um den Erwerb von Musiktitel geht, zeigte eindrucksvoll die Etablierung von <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/ITunes" target="_blank">I-Tunes</a>. Damit hat Apple zweierlei erreicht: Herstellung eines mediengerechten Zugangs zu Musikinhalten <span style="text-decoration: underline;">und</span> Vermarktung eines eigenen Abspielgerätes, dem <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Apple_iPod" target="_blank">I-Pod</a>. Schlau! Dass auch zu diesem Zeitpunkt die Musikindustrie noch immer auf <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Digitale_Rechteverwaltung" target="_blank">DRM</a> setzt, und damit vollends ihre Reputation verspielt, ist wohl das Gegenteil von Schlau. Am Ende des Jahrzehntes haben wir eine veränderte Musikindustrie vor uns: Konzerte als tragende Säule im veränderten Einkommensmix der Musiker/innen, virales Marketing anstatt großer Kampagnen, in großen Teilen aufgesplittete Verwertungsketten vom/von dem/der Musiker/in zum Konsumenten und schließlich Verwertung außerhalb des Copyrightsystems (Stichwort <a href="http://creativecommons.at/" target="_blank">CC</a> und PublicDomain). Die Nullerjahre haben uns auch gezeigt, wie schwierig es für etablierte Marktteilnehmer sein kann, den Weg in&#8217;s &#8220;neue&#8221; Medium zu schaffen.</p>
<p><strong>Konvergenz: Ein no-no-word wird Wirklichkeit!</strong> In jedem Businessplan der Bubbleökonomie des beginnenden Jahrzehntes war sie postuliert: Die Verschmelzung von Medien, Content und Plattformen. Mit der geplatzten Blase war dann auch Ruhe um den Begriff. Doch gerade die Mobiltechnologie hat bei bei Betriebssystemen, Plattformen und Konzepten die gesamten Nullerjahre stetig an der Integration verschiedenster Services bei den Mobilplattformen gearbeitet &#8211; erfolgreich. Am Ende des Jahrzehntes haben wir schnell angebundene mobile Geräte, die Internet, TV, Radio und (ja, fast vergessen) Telefonie selbstverständlich vereinen.</p>
<p><strong>Internet: Ein Wohlstandsquelle für wenige.</strong> Der Aufbruch in&#8217;s neue Jahrzehnt läßt ein ZukunftsWeb erwarten, dass uns viele neue Anwendungen, Einkommensmöglichkeiten und kulturelle Veränderungen bringt. Doch das Internet ist nur auf der nördlichen Hemisphäre eine tragfähige Infrastruktur. Die Entwicklungsländer haben oftmals keine ausreichende Telekominfrastruktur, um echte Player im globalen Konzert der Internetwirtschaft zu werden. Ein globaler &#8220;<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Digitale_Kluft" target="_blank">digital devide</a>&#8221; der in den Nullerjahren den Marktmechanismen überlassen wurde &#8211; mit dem Preis des Stillstands dort.</p>
<p><strong><a href="http://www.zukunftsweb.at/wp-content/uploads/2009/12/800px-MB_WP_Organisation.png"><img class="size-full wp-image-946 alignleft" style="margin: 6px;" title="(cc) Ziko van Dijk" src="http://www.zukunftsweb.at/wp-content/uploads/2009/12/800px-MB_WP_Organisation.png" alt="(cc) Ziko van Dijk" width="225" height="159" /></a>Vom vernetzten Wissen zum vernetzten Denken.</strong> Wie selbstverständlich schauen wir heute &#8220;kurz einmal&#8221; in Wikipedia nach, oder &#8220;googeln&#8221;, wenn es darum geht, einen Begriff oder Sachverhalt nachzufragen. Noch 2000 hätten wir  zu Brockhaus oder Enzyklopädia Britannica gegriffen. Und wer dachte damals daran, dass dieses gesammelte Wissen von den Usern selbst erstellt wird? Inzwischen haben wir auch gelernt, dass wir &#8211; mit einer gesunden Vorsicht &#8211; diesen Userkolleg/innen als Quelle vertrauen können. Die &#8220;<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Die_Weisheit_der_Vielen" target="_blank">Weisheit der Vielen</a>&#8221; ist aber nicht nur Motor der größten vernetzten Wissensbasis der neueren Geschichte, sie ist auch Grundprinzip von Innovationsvorgängen in Wirtschaft und Gesellschaft. So sind Begriffe wie <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Crowdsourcing" target="_blank">Crowdsourching</a>, <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Prosument" target="_blank">Prosumer</a> und <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Lead_User" target="_blank">Leaduser</a> bereits oft im Spiel, wenn es um die gemeinsame Lösung von Problemen und das gemeinsame Schaffen von Neuem geht.</p>
<p><strong><br />
</strong></p>
<p><span><br />
</span></p>
]]></content:encoded>
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		<title>Politik jetzt als iPhone-Applikation</title>
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		<pubDate>Tue, 10 Nov 2009 15:39:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Thurner</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Das Internet wird zunehmend zum Handlungsraum des Politischen: Parteien finden nach-und-nach mit ihren Programmen, ihren Kampagnen und ihrer Kommunikationsarbeit in das Netz. Oft handelt es sich dabei aber um plump aufgesetzte Websites, Podcasts, Communities und Blogs. Doch, wie die Internetpräsenz von Präsident Obama zeigt, lernen die Parteiapparate den authentischen Umgang mit Twitter, Facebook und Realtime. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das Internet wird zunehmend zum Handlungsraum des Politischen: Parteien finden nach-und-nach mit ihren Programmen, ihren Kampagnen und ihrer Kommunikationsarbeit in das Netz. Oft handelt es sich dabei aber um plump aufgesetzte Websites, Podcasts, Communities und Blogs. Doch, wie die Internetpräsenz von Präsident Obama zeigt, lernen die Parteiapparate den authentischen Umgang mit Twitter, Facebook und Realtime. So sind die zu verschiedenen Themen und von verschiedenen Ministerien eingerichteten Plattformen (<a href="http://www.data.gov/" target="_blank">www.data.gov</a>, <a href="http://www.openinternet.gov" target="_blank">www.openinternet.gov</a>, <a href="http://www.broadband.gov/" target="_blank">www.broadband.gov</a>),  der neuen US-Administration nicht bloß Ideenbriefkästen im Internet, sondern echte Partizipationsinstrumente.</p>
<p style="text-align: left;">Wer Politik mit und im Internet als möglichst effiziente Bedienung von neuen Kommunikationskanälen mit alten Kommunikationsinhalten sieht, der geht substanziell irr. Selbst die persönliche Nutzung von Blogs, Facebook und Co. durch Politiker/innen hinkt zumeist den Potentialen einer Internetpolitik auf der Höhe der Zeit hinterher. Dieses Potential wird dort sichtbar, wo sich Personen &#8211; vorerst ohne parteipolitischen Hintergrund &#8211; angetrieben von einem Ziel, einem Misstand oder einer gemeinsamen Laune heraus zu Pressuregroups verdichten. Die technolgischen Hilfmittel die dabei webgestützte Social Software bereitstellen, bündeln Werkzeuge hergekommer politischer Praxis. So wird aus Versammlung, Flugzettel, Telefonkette, Unterschriftenliste und Demonstration ein neues Bündel &#8211; FacebookGruppe, Flashmob, Blog, Twitter, Cause und Realtime. Dies alles ist gerade eindrucksvoll an den <a href="http://unsereuni.at/" target="_blank">aktuellen Studentenprotesten</a> zu beobachten, die bezeichnenderweise unter ihren Twitter-Hashtags bekannt wurden: #unibrennt und #unsereuni.<br />
<code><br />
</code></p>
<div id="__ss_1999544" style="width: 425px; text-align: left;"><object style="margin: 0px;" classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="425" height="355" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowScriptAccess" value="always" /><param name="src" value="http://static.slidesharecdn.com/swf/ssplayer2.swf?doc=peterbihr-internetundpolitikunbranded-090915053846-phpapp01&amp;stripped_title=internet-und-politik" /><param name="allowfullscreen" value="true" /><embed style="margin: 0px;" type="application/x-shockwave-flash" width="425" height="355" src="http://static.slidesharecdn.com/swf/ssplayer2.swf?doc=peterbihr-internetundpolitikunbranded-090915053846-phpapp01&amp;stripped_title=internet-und-politik" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></object></div>
<p style="text-align: left;"><code><br />
</code><br />
Es scheint so, als ob Politik wieder von den Bürger/innen selbst in die Hand genommen wird &#8211; ja wörtlich auf&#8217;s Handy geladen wird. Inwiefern es sich hierbei um ein Phänomen einer Elite handelt, die nicht weiter in den &#8220;mainstream&#8221; vordringt, oder ob wir hier wirklich substanziellen Veränderungen der politischen Praxis beiwohnen, wird die unmittelbare Zukunft zeigen.</p>
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