Chancen & Risiken für Unternehmen & AnwenderInnen
Loading Quotes...

Überwachungstechnologien im Bündel

Welche mächtigen, sinnvollen Anwendungen denkbar sind, wenn die Internettechnologien der Gegenwart zu einem Netz der Zukunft zusammenwachsen, haben wir auf dieser Seite schon mehrmals vorgezeichnet. Greifen Polizei- und Kriminaldienste, In- und Auslandsüberwachung oder auch kommunale und private Überwachungsgesellschaften nach diesen Technologien, sollte stets zivilgesellschaftliche Achtsamkeit gefragt sein, ist doch zumeist der/die Bürger/in und deren bürgerrechtliche Integrität von den Eingriffen in Privatsphäre, Unbescholtenheit und Autonomie betroffen.

Seit Jahresbeginn läuft ein EU-weites Forschungsprojekt unter dem Titel “Indect“, das bestehende Überwachungstechnologien zu einem Instrument verbinden soll. Das Kürzel “Indect” steht für “Intelligent information system supporting observation, searching and detection for security of citizens in urban environment”. Das Projekt soll einerseits das Internet mit automatisierten Routinen nach “Gewalt”, “Bedrohungen” und “abnormalem Verhalten” durchsuchen und gleichzeitig der Polizei ein Werkzeug sein, um “verschiedenste bewegliche Objekte” zu observieren. Die Erkennung und Verknüpfung von Bilddatenbeständen mittels Watermarking bildet dabei einen Kern des Forschungsprojekt, wie die deutsche Zeit Online und der britische Telegraph berichten.

Phantasien der umfassenden Videoüberwachung wären demnach möglich: Ein Video bei Youtube wird apparategestützt als potentiell aggressiv eingestuft; führt via Videoüberwachung und Bilderkennung direkt zu einer präventiven Observation des Videoautors; bis hin zur Gesichtserkennung bei der Passantenkontrolle durch den, mit mobilen Geräten ausgestatten, Exekutivbeamten.

Abschließend kommt im Artikel des Telegraph Stephen Booth von “Open Europe” zu Wort: “Das ist nach meiner Meinung alles ziemlich beängstigendes Zeug. Diese Projekte würden eine riesige Invasion der Privatsphäre bedeuten und die Bürger müssen sich fragen, ob die EU wirklich ihre Steuergelder für so etwas ausgeben sollte.”

Weiterlesen- und sehen:

Schreibe einen Kommentar